Vietnam Asien

Arme Bauernfamilien ethnischer Minderheiten verbessern ihre Lebensbedingungen dank besserem Zugang zu Trinkwasser und sorgfältigerem Umgang mit Wasser

Das Caritas Programm in Quan Ba hat seit 2003 einige Resultate erreicht: Rund tausend Familien haben nun Zugang zu sauberem Wasser, und die Arbeitslast für Frauen/Kinder für die Beschaffung von Wasser ist deutlich gesunken. Eine Evaluation und eine partizipative Bedürfniserhebung in den Dörfern zeigte, dass die Versorgung mit sauberem Trinkwasser essentiell ist. In manchen Dörfern gibt es nach wie vor grosse Lücken im Versorgungssystem. Das erste Ziel des neuen Projektes ist es, die ganzjährige Wasserversorgung in weiteren Haushalten und deren Unterhalt sicherzustellen, indem gemeinschaftliche Wasserversorgungssysteme gebaut werden. Auch werden die Haushalte geschult, sorgfältiger mit Wasser umzugehen und besser auf Hygiene zu achten.

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Projektziele und Auswirkungen

Vietnam hat in in den letzten Jahren einen stattlichen wirtschaftlichen Aufschwung erfahren. Mit der aktuellen Weltwirtschaftskrise geriet jedoch auch die wirtschaftliche Dynamik in Vietnam ins Stocken. Nicht alle Bevölkerungsschichten haben gleichermassen vom Aufschwung profitiert. Besonders schwierig ist die Lebenssituation noch immer für die abgelegene Bergbevölkerung im Norden des Landes. 85% der Bevölkerung hier sind Bauernfamilien ethnischer Minderheiten, die von den Vietnamesen oft benachteiligt werden. Caritas Schweiz hat deshalb bereits im Jahr 2003 ein grosses ländliches Entwicklungsprogramm in einem der ärmsten Distrikte des Landes, in Quan Ba, initiiert, um die zahlreichen Bedürfnisse vor Ort zusammen mit Behörden und der Bevölkerung anzugehen. Der ganzjährige Zugang zu Wasser ist im bergigen und steinigen Umfeld in Quan Ba eine grosse Schwierigkeit. In den trockenen Wintermonaten ist die Wasserversorgung völlig unzureichend. Denn obwohl die Bergregion von April bis Oktober hohe Niederschlagsraten aufweist, leiden die Berggemeinden während der Trockenzeit (November bis Februar) unter latentem Wassermangel. Dies hängt unter anderem mit der Abholzung zusammen, aber auch mit einer unzureichenden Wasserversorgungsinfrastruktur. Auch heute noch besteht das Wasserversorgungssystem beziehungsweise Wasseraufbewahrungssystem zum Teil aus Plastikbehältern, die an Rinnsalen weit entfernt von den Dörfern gefüllt und zu den Häusern getragen werden müssen. Das Caritas Program in Quan Ba hat in den letzten Jahren bereits einige Resultate erreicht. Die in 12 Dörfern der drei Gemeinden geplanten Wasserversorgungsysteme wurden alle abgeschlossen. Rund tausend Familien und vier Schulen haben jetzt Zugang zu sauberem Wasser, und die Arbeitslast für Frauen und Kinder für die Beschaffung von Wasser ist deutlich gesunken. Jedes Dorf verfügt über ein Wasser-Management Komitee, das für den Betrieb und Unterhalt des Systems verantwortlich zeichnet und dazu bei den Haushalten Geld einzieht. Caritas konnte zudem die Bevölkerung dazu motivieren, Baumsetzlinge aus den Baumschulen des Projekts in den Wassereinzugsgebieten zu pflanzen, um die Quellen zu schützen. Die Evaluation der ersten Programmphase sowie eine partizipative Erhebung der Bedürfnisse der Dörfer in Quan Ba zeigte klar, dass die Versorgung mit sauberem Trinkwasser und Haushaltswasser für die Bevölkerung essentiell ist. In manchen Dörfern und Haushalten gibt es nach wie vor grosse Lücken im Versorgungssystem. Deshalb wird Caritas nun in der neuen Phase auch wieder grossen Wert auf das Wasserprojekt legen. Ausserdem wird Caritas die Nachhaltigkeit im Unterhalt der Wasserversorgung und das Bewusstsein der Bevölkerung für den sorgfältigen Umgang mit Trinkwasser und in der Hygiene stärken.

Solidarische Gemeinde(n):

  • Adliswil/
  • Ascona/
  • Bern/
  • Disentis/
  • Samedan/
  • Sion/

Dank dieser Unterstützung konnten wir dieses Projekt erfolgreich finanzieren!

Projektdetails


Anzahl Begünstigte Trinkwasser: 9580 Personen

Anzahl Begünstigte Sanitäre Anlagen: 3190 Personen

Projektdauer: 01.2011 – 12.2014


Organisation: Caritas Schweiz

Weitere(r) Projektpartner: PanNature


Beantragte Mittel via SES: 230’000 CHF

Gesammelter Solidaritätsbeitrag: 264’948 CHF


Empfehlung durch Aguasan:

Der Projektvorschlag ist relevant, kohärent, umfassend und beantwortet die wichtigen Aspekte einer dauerhaft nachhaltigen Massnahme im Bereich Trinkwasser und Siedlungshygiene. Es sollte klar vermerkt werden, dass sich das Projekt in ein bereits laufendes und evaluierten (Evaluation dem Geldgeber zur Verfügung stellen) Programms einfügt und eine Teilfinanzierung (2011: 130‘000; 2012/13: 100‘000) möglich ist. Das Projekt kann zur Finanzierung empfohlen werden.


Wichtige Endergebnisse

Mit dem Projektbeginn im Juli 2011 wurde mit den Arbeiten in Ma Lung begonnen. Seit Dezember sind die Bauarbeiten dieses ersten Systems beendet. Das System in Ma Lung besteht aus drei Untersystemen für drei Dörfer. Jedes System hat einen kleinen Damm, der das Quellwasser staut. Dieses wird in einem Filterreservoir gefasst und per Leitungssystem zu den Dorf-Wassertanks von 10m3 geführt. Von da kann das Wasser über Plastikleitungen individuell in die Haushaltstanks geführt werden. Seit Januar 2012 haben nun 32 Haushalte direkten Zugang zu Wasser und es gibt eine Schule für 50 Kinder. Mitglieder der Dorfentwicklungskomitees übernehmen den Unterhalt des Wassersystems (Wasserkomitee) underhalten hierzu eine Ausbidlung. Verschiedene erste Aufklärungsaktivitäten zu Hygiene und Abwasser haben während der Bauarbeiten bereits in den betroffenen Dörfern aber auch in anderen Gemeinden stattgefunden.
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