Mauretanien Afrika

Gemeinschaftsprojekt für den Zugang zu Wasser (PCAE), Nouakchott (Mauretanien)

Die Wasserverteilung in Nouakchott besteht aus Ungleichheiten: beim Zugang, beim Preis und bei der Qualität des Wassers. 70% der Bevölkerung der 1’000’000 Einwohner zählenden Stadt sind nicht an das öffentliche Wassernetz angeschlossen und sind gezwungen, sich mit Wasser aus Tanklastwagen oder von Charretiers (Wasserhändler, die Wasserkanister auf von Eseln gezogenen Karren transportieren) zu versorgen. Der Zugang zu Wasser ist für mehr als zwei Drittel der Bevölkerung, die mit weniger als 25 Litern Wasser pro Tag und Person auskommen müssen, immer noch ein Traum. Je nach Stadtteil gibt es große Unterschiede zwischen Haushalten, die an das Wassernetz angeschlossen sind, und solchen, die keinen Zugang dazu haben. In Hitzeperioden steigen die Preise und die Fahrer der Tanklastwagen verkaufen das Wasser an die Meistbietenden und nicht an die vorrangigen Wasserstellen. Dies führt dazu, dass die Verbraucher in den ärmsten Vierteln ohne Wasser dastehen. In einigen Armenvierteln der Stadt kann der Wasserpreis bis zu 50 Mal höher sein als in den wohlhabenderen, zentral gelegenen und an das Wassernetz angeschlossenen Vierteln.

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Projektziele und Auswirkungen

Die Stadt Lausanne seit 2009 in einer öffentlich-öffentlichen Partnerschaft mit der Stadtgemeinschaft von Nouakchott (CUN) engagiert. Nach einem ersten erfolgreichen Projekt wurde eine zweite Phase mit einer Reihe neuer Maßnahmen geplant, um den Zugang zu Wasser für benachteiligte Bevölkerungsgruppen zu verbessern und die kommunalen Kompetenzen im Bereich der Wasserwirtschaft zu stärken. Geplant sind der Ausbau des Netzes in einem Stadtteil, der Bau kollektiver Wasserstellen, die Verbesserung der Bedingungen für die Wasserverteilung durch Fuhrleute, die Einrichtung eines Mikrokreditfonds für den individuellen Anschluss von Haushalten an das Netz, die Entwicklung eines Pilotprojekts im Bereich der Abwasserentsorgung und die Durchführung einer Sensibilisierungskampagne. Die Stadtgemeinschaft von Nouakchott (CUN) verwaltet die Aktivitäten und ist Garant für den reibungslosen Ablauf des Projekts. Die Überwachung und der Fortschritt der Aktivitäten wird von der Stadt Lausanne durchgeführt, die während der Projektdauer Missionen planen wird.

Solidarische Gemeinde(n):

  • Apples/
  • Attalens/
  • Charrat/
  • Coldrerio/
  • Cossonay/
  • Epalinges/
  • Estavayer/
  • Freiburger Wasser SA/
  • Jouxtens-Mézery/
  • Jussy/
  • La Chaux/
  • Lausanne/
  • Le Mont-sur-Lausanne/
  • Lutry/
  • Martigny-Sinergy/
  • Morges/
  • Nyon/
  • Pully/
  • Trient/
  • Villaz/

Dank dieser Unterstützung konnten wir dieses Projekt erfolgreich finanzieren!

Projektdetails


Anzahl Begünstigte Trinkwasser: 118000 Personen

Anzahl Begünstigte Sanitäre Anlagen: 75000 Personen

Projektdauer: 11.2011 – 10.2014


Organisation: Service de l’eau – Ville de Lausanne

Weitere(r) Projektpartner: LA COMMUNAUTÉ URBAINE DE NOUAKCHOTT (CUN) und LA SOCIÉTÉ NATIONALE DE L'EAU (SNDE)


Beantragte Mittel via SES: 555’000 CHF

Gesammelter Solidaritätsbeitrag: 993’909 CHF

Lokal gesammelte Mittel: CHF 155’000


Empfehlung durch Aguasan:

Die Bewertung des Projekts ist positiv. Zwei Empfehlungen: i) Die neue Komponente zur Hygieneaufklärung und das Pilotprojekt zur sanitären Grundversorgung sollten klar definiert und mit bestehenden Initiativen und Sektorpolitiken/Strategien verknüpft werden. ii) Die CUN sollte bei der Festlegung des Wasserpreises unterstützt werden, um den Zugang für die Ärmsten und die Nachhaltigkeit der Dienstleistung (Betrieb/Wartung) in Einklang zu bringen.


Wichtige Endergebnisse

  • In einem Stadtteil von Nouakchott wurden 1.800 Meter Wasserleitung verlegt und drei Hydranten (BF) errichtet. Die drei Betreiber erhielten eine Schulung über die Verwaltung der BF.
  • Fünf BF vom Typ Wasserturm wurden rehabilitiert.
  • Drei Tanklastwagen und ein Schlammabfuhrwagen wurden gekauft und nach Nouakchott geschickt.
  • Die Öffentlichkeit und Personen aus dem Bereich der netzunabhängigen Wasserversorgung wurden über verschiedene Aspekte der Wasserversorgung in der Hauptstadt informiert und sensibilisiert.
  • Es wurde eine Studie über Mikrokredite für individuelle Wasseranschlüsse durchgeführt, die ergab, dass 70% der Bevölkerung bereit wären, diese in Anspruch zu nehmen.
    Um die dritte BF zu versorgen, mussten zusätzlich 300 Meter Leitungen verlegt werden.
    Zu den ursprünglich geplanten zwei Tankwagen wurden ein Tankwagen und ein Schlammsammelwagen hinzugefügt.
  • Die Aktivität zur Verbesserung der Wasserverteilung durch Fuhrwerke ersetzte die ursprünglich geplante Aktivität «Handpumpenstudie», ist aber bis heute noch nicht vollständig abgeschlossen.
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